Juli 2007  11

Wechsel in die Private immer sinnvoll?

Der Versicherte, der einen Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung plant, sollte sich vorher genau über die Konditionen erkundigen und auch Konkurrenzangebote einholen, um den geeigneten Versicherer zu finden.

Dabei kann eine Absicherung in einer Privaten schon für Arbeitnehmer lohnen, die über ein durchschnittliches Einkommen verfügen. Insbesondere lohnt sich der private Schutz jedoch für Alleinstehende und kinderlose Ehepaare, die beide berufstätig sind. Als relativ neu gestaltet sich die Wechselfrist von drei Jahren, in der die festgesetzte Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Somit bestimmt das regelmäßige Einkommen, für welchen Arbeitnehmer ein Wechsel in die private Krankenversicherung lohnt.

So gilt als Bemessungsgrenze dafür ein geregeltes Arbeitsentgelt wie auch alle kontinuierlich anfallenden Lohnzahlungen und das 13. oder 14. Monatsgehalt. Nicht unter die Versicherungspflichtgrenze fallen Einkünfte, die nicht regelmäßig gezahlt werden wie Fahrtkostenerstattungen und bezahlte Überstunden. Zusätzlich zu denen, die die Grenze von 3 975 Euro monatlich überschreiten, können auch Selbstständige, Freiberufler und Künstler in den Schutz einer privaten Krankenversicherung kommen; und dies unabhängig vom monatlichen Verdienst. Auch Abgeordnete des Bundes und der Länder, Richter und Beamte haben die Möglichkeit, einer Privaten beitreten zu können.

Das breite Leistungsangebot gehört zweifelsohne zu den Vorzügen der Privaten. Grundsätzlich gestaltet sich dieses attraktiver als das der gesetzlichen Krankenversicherung. Zu den weiteren Vorzügen zählt auch, dass der Arbeitnehmer dazu beitragen kann, die Höhe der monatlich zu leistenden Beiträge selber zu gestalten. Dem eigenen Budget angepasst, kann dann unter verschiedenen Tarifen gewählt werden, wobei der so genannte Basistarif der günstigste ist und den Leitungen entspricht, der auch von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten wird. Auch Freiberufler und Selbstständige, die erst einen Einstieg ins Berufsleben schaffen müssen, können von dieser “billigen” Variante profitieren.

Wer jedoch in den Genuss eines exklusiven Schutzes kommen will, kann dann auch beispielsweise eine Chefarztbehandlung bekommen oder bei einem stationären Aufenthalt die Vorzüge eines Einzelzimmers in einem Krankenhaus der eigenen Wahl genießen. Wer zudem seine Versicherung selten oder gar nicht in Anspruch nimmt und sich auch gesundheitsbewusst verhält, verursacht auch keine Kosten. Diesen Umstand belohnen die Privaten mit Beitragserstattungen, die unter Umständen in die Tausende gehen können.

   Autor: Robert Jacobi
E-Mail: robert-jakobi[at]gmx.net
 
 
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