Elegie und Sonett als Liebeslyrik
Ob Goethe, Shakespeare oder François Villon - all die großen Poeten unserer Welt haben sich mit der
Liebeslyrik befasst. Die Sehnsucht nach einem menschlichen Gegenüber inspiriert
seit jeher die Geister und Gemüter dieses Planeten.
Dabei wurden
Gedichte über Liebe sehr häufig
in der Form des Sonetts niedergeschrieben. Auf der Grundlage der Sonette nach Francesco Petrarca (mittelalterliche Zeit in Italien)
wurde hierbei eine Versform entwickelt, die sich a) durch die Einhaltung eines konsequenten Reimschemas auszeichnet, und b) eine
Versform, die dem Ablauf zweier anfänglicher Quartette (4-zeilige Strophen) und zweier sich direkt anschließender Terzette (3-zeilige
Strophen) folgt. Letzteres Schema wurde von dem Literaten aus dem englischen Stratford-upon-Avon im Wesentlichen modifiziert: Demnach
besteht das Sonett in der Shakespeare'schen Tradition aus drei Initialen Quartetten und zum Ende hin aus einem Couplet (eine 2-zeilige
Strophe).
Im Zentrum des Geschehens der Liebesgedichte steht nicht selten das Leid und das Sich-verzehren, weil das Subjekt der Begierde -
teils aus unerfindlichen Gründen - die Gefühlsäußerungen nicht erwidern möchte. Dabei wird in den Sonetten auch sehr oft die buhlende
Situation mehrerer Werber um eine Frau in den Gedichtsversen dargestellt, wodurch die eskalierende Ereigniskette mitunter auch in
gewalttätige Aktionen münden könnte.
Die primäre Gattung der Liebeslyrik im alten Rom wird durch die so genannte Liebeselegie repräsentiert. Die hauptsächlichen Vertreter
diesbezüglich waren Ovid und Properz. Heutzutage sind Liebesgedichte aber keinesfalls aus der Mode gekommen. Doch anders als früher
werden diese heute mit Hilfe von
Grußkarten über das Internet an die
Liebste oder den Liebsten verschickt.
|