Oktober 2007  9

Elegie und Sonett als Liebeslyrik

Ob Goethe, Shakespeare oder François Villon - all die großen Poeten unserer Welt haben sich mit der Liebeslyrik befasst. Die Sehnsucht nach einem menschlichen Gegenüber inspiriert seit jeher die Geister und Gemüter dieses Planeten.

Dabei wurden Gedichte über Liebe sehr häufig in der Form des Sonetts niedergeschrieben. Auf der Grundlage der Sonette nach Francesco Petrarca (mittelalterliche Zeit in Italien) wurde hierbei eine Versform entwickelt, die sich a) durch die Einhaltung eines konsequenten Reimschemas auszeichnet, und b) eine Versform, die dem Ablauf zweier anfänglicher Quartette (4-zeilige Strophen) und zweier sich direkt anschließender Terzette (3-zeilige Strophen) folgt. Letzteres Schema wurde von dem Literaten aus dem englischen Stratford-upon-Avon im Wesentlichen modifiziert: Demnach besteht das Sonett in der Shakespeare'schen Tradition aus drei Initialen Quartetten und zum Ende hin aus einem Couplet (eine 2-zeilige Strophe).

Im Zentrum des Geschehens der Liebesgedichte steht nicht selten das Leid und das Sich-verzehren, weil das Subjekt der Begierde - teils aus unerfindlichen Gründen - die Gefühlsäußerungen nicht erwidern möchte. Dabei wird in den Sonetten auch sehr oft die buhlende Situation mehrerer Werber um eine Frau in den Gedichtsversen dargestellt, wodurch die eskalierende Ereigniskette mitunter auch in gewalttätige Aktionen münden könnte.

Die primäre Gattung der Liebeslyrik im alten Rom wird durch die so genannte Liebeselegie repräsentiert. Die hauptsächlichen Vertreter diesbezüglich waren Ovid und Properz. Heutzutage sind Liebesgedichte aber keinesfalls aus der Mode gekommen. Doch anders als früher werden diese heute mit Hilfe von Grußkarten über das Internet an die Liebste oder den Liebsten verschickt.

Autor: Melanie Stein
E-Mail: m.stein[at]trendmile.com
 
 
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