Als Heilpraktiker Psychotherapie lösungsorientiert oder problemorientiert arbeiten
Der Heilpraktiker
Psychotherapie kann als Psychotherapeut Menschen helfen, psychische Störungen zu überwinden. Ganz gleich, ob es dabei um die Bewältigung von Depressionen, Ängsten, Schlafstörungen oder sexuellen Störungen geht, immer stellt sich als erstes die Frage, mit welchen Methoden das Problem zu behandeln sei.In einem Therapieverfahren als Experte gut ausgebildet, hat der Heilpraktiker Psychotherapie eine grundsätzliche Vorstellung, wie bestimmte psychische Störungen entstehen und zu behandeln sind. Die Vorstellungen sind von Therapieschule zu Therapieschule verschieden. Während zum Beispiel in der Familientherapie der Einfluss des gesamten Familiensystems betont wird, nimmt man in der Hypnose an, dass ein Mensch zu wenig Kontakt zu seinen Ressourcen hat und in ungünstigen Problemlösungsversuchen „feststeckt“. Diese unterschiedliche Sichtweise von psychischen Störungen führt dann dazu, dass der Therapeut verschiedene Therapiemethoden favorisiert. In der Familientherapie zum Beispiel das Gespräch mit der ganzen Familie oder dem Partner, in der Hypnose das Hervorrufen eines Trancezustandes, bei dem der Klient in Kontakt zu seinem Unbewusstem und zu seinen Ressourcen kommt.
Die therapeutischen Strategien lassen sich therapieschulenübergreifend auch unterteilen in lösungsorientierte vs. problemorientierte Methoden:
Lösungsorientiert kann der Heilpraktiker Psychotherapie dann arbeiten, wenn er konsequent auf die Lösung fokussiert und das Problem sich nur schildern lässt, um dann zu einer Lösungsformulierung überzugehen. Vor allem die Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer nutzt diese Lösungsorientierung, um schnell aus einem Problem herauszutreten und mögliche Lösungen zu erarbeiten. So fragt ein Heilpraktiker Psychotherapie dann seinen Klienten, was zum Beispiel anders wäre, wenn er das Problem nicht hat und hilft ihm damit, auf die Lösung statt auf das Problem zu schauen.
Problemorientiert arbeitet der Heilpraktiker für Psychotherapie dann, wenn er sich vom Klienten genau das Problem schildern lässt: Was genau das Problem darstellt, wer beteiligt ist, wie sich der Klient fühlt usw. Therapieformen in denen überwiegend problemorientiert gearbeitet wird, sind die Verhaltenstherapie, die Klärungsorientierte Therapie und die Kognitive Therapie. Oft kann es nämlich wichtig sein, das Problem genau zu verstehen, um Lösungen zu finden. Dies widerspricht der Vorstellung von Steve de Shazer, wird aber im therapeutischen Alltag bestätigt. Die meisten Probleme entstehen dabei durch negative Überzeugungen des Klienten über sich selbst und seine Umwelt. Solche Überzeugungen werden Schemata genannt, weil sie wie Schablonen auf aktuelle Situationen angewendet werden. Wenn ein Klient sich zum Beispiel nicht liebenswert empfindet, dann wird er in einer Diskothek (Schemagesteuert) eher Situationen wahrnehmen und interpretieren, die „bestätigen“, dass er nicht liebenswert ist. In der Therapie ist es dann wichtig, solche Schemata genau zu verstehen, zu analysieren und durch neue Erfahrungen zu verändern. Nur lösungsorientierte Interventionen „greifen“ da nicht.
Beide Sichtweisen, die problemorientierte und die lösungsorientierte „Brille“ sind gleich wichtig für die Therapie und der Heilpraktiker Psychotherapie sollte genau reflektieren, wann er in seiner Psychotherapie Praxis welche Methoden einsetzt, um dem Klienten bei Veränderung seiner Probleme und der Erreichung seiner Ziele zu helfen.
Autor:
Dipl.-Psych. und Psychologischer Psychotherapeut Norman Ehlert (Institut zur
Ausbildung von Heilpraktikern für Psychotherapie)
E-Mail: info@norman-ehlert.de
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