Ein Hobby wird zum Beruf
Pendeln war schon lange eine Leidenschaft von mir, vor allem weil man viel mehr damit machen kann als ein bisschen Wahrsagen. Gut Wahrsagen ist nicht mein Thema, ein Leben muss man leben, dann kommen die Antworten von alleine. Meine Stärke ist das Heilpendeln. Es ist für mich immer wieder
faszinierend zu sehen, wie wenig es wirklich braucht, um Schmerzen zu lindern, eine Heilung schneller erfolgen kann, die Lebensqualität sich damit erhöht, Es muss nicht immer so sein, aber wir können mit so wenig so viel erreichen. Wir haben vergessen, dass der Mensch auch ein
lebendiges Wesen ist, dass wir selbst eine so große Kraft in uns haben, dass wir viel mehr für uns tun könnten. Mich fasziniert immer wieder, wie
komplex ein menschlicher Körper ist, wie Körper-Geist-Seele eine Einheit bilden die uns in den Himmel tragen kann.
Ich experimentiere mit Heilkräutern, Farben, koloidalem Silber, Bachblütentropfen, Aromaölen, um heraus zu finden, was für welche Krankheit anzuwenden ist.
Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich mit meinem alten Pendel nicht mehr weit kommen kann, meine waren schon verbraucht und sahen auch so aus, außerdem wollte ich eines, das ich zum Befüllen benutzen kann, denn bis jetzt hatte ich es immer angehängt oder energetisch übertragen. Es war mir wichtig, dass ich dem Hilfesuchenden zeigen kann, dass ich etwas hineintue, das gibt ihm Sicherheit, zu
sehen, dass da wirklich etwas drin ist. Ich habe mich dann auf die Suche gemacht, etwas schönes, etwas für mich Bestimmtes zu finden. Ich habe den Markt ein bisschen durchstöbert, und auf ganz kurioses, komisches, verrücktes gestoßen, was sich weniger auf die Pendel bezieht,
was auf die Auskunft und Aussagen einiger Verkäufer zurückzuführen ist. Es gibt meines Erachtens nicht sehr viel Exklusives, meistens handelt es sich um gleiche Formen, billige Herstellung, alle in etwa gleicher Größe. Ein Füllpendel, wie ich es gerne hätte, fand sich nur in einem Modell und da war das Mittelstück aus Plastik, und damit kann ich nun wirklich nichts anfangen. Plastik ist kein Naturprodukt und gehört nicht in die Natürliche Heilung. Allerdings sind das meine Ansichten und müssen nicht mit ihren übereinstimmen.
Irgendwie war ich frustriert, habe die Welt nicht mehr verstanden und bin mir ein bisschen wie
veralbert vorgekommen, weil ich zwar überall lese, dass man mit Pendel auch heilen kann, wie großartig das ist, aber nirgends ein gutes Pendel zu finden ist. Ich habe meinem Partner von diesem inneren Dilemma erzählt, und was macht er, er lacht mich aus. Er fragte mich, was ich denn haben möchte, nur das hatte ich inzwischen vergessen. Ich wusste gar nicht mehr, was ich für mich wollte. Er meinte nur, ich soll ihm dies
aufzeichnen. Ich habe drei Tage gebraucht, um zu wissen was ich will. Wenn ich etwas brauche oder etwas spezielles für mich haben möchte, fällt ihm garantiert
etwas schlaues ein, auf das kann man sich blind verlassen kann. An einem Freitag, dem 13., brachte er mir das erste Pendel nach Hause, selbst gemacht, mit meinen Lieblingsmaterialien. Perfekt, absolut mein
perfektestes Pendel. Heute brauche ich fast ausschließlich dieses eine, ganz spezielle, für mich angefertigte Pendel. Schon, weil er es für mich
angefertigt hat, er mir damit gezeigt hat, dass er voll und ganz zu mir und meinem Hobby steht, noch persönlicher kann man es nicht zeigen.
Er hat mir drei verschiedene Varianten gemacht, aus Messing und Stahl. Ich Liebe den Stahl, er gibt mir das Gefühl, ich arbeite mit etwas sehr reinem, etwas, was mich mit der Erde verbindet. Stolz habe ich natürlich allen gezeigt, was mein Schatz mir da schönes gemacht hat, und alle wollten auch eines. Da diese drei für mich sehr persönliche Unikate sind, gehören diese selbstverständlich mir.
Da wir ein paar Nachfragen hatten, und er sich nicht nach Feierabend noch stundenlang an die Maschine stellen wollte, suchten wir eine
langfristige Lösung. Und irgendwann sagte er mir, dass ich das auch selber machen könnte, er würde es mir lernen. Na ja, warum denn nicht, wir haben beide handwerkliche Berufe, können beide geschickt mit Werkzeugen umgehen und auf den Kopf gefallen sind wir auch nicht.
Zuerst mussten wir eine Drehbank haben, das ist leicht gesagt, denn die kleinen aus dem Baumarkt sind zu wenig
,um mit Stahl zu arbeiten. Wir haben uns viele angesehen, Kontakte geknüpft und am Schluss doch eine im Internet gefunden. Wir hatten noch Glück, das Ding, für mich damals noch von neugieriger Faszination, war genau das, was wir brauchten. Da ich noch nie an einer Metalldrehbank gearbeitet habe, war ich natürlich wie eine Feder gespannt was das ist, ausgesehen hat sie schon mal gut, aber wie das große, grüne, 120 kg schwere Ding dann tatsächlich
funktioniert, wusste ich natürlich immer noch nicht. Da ich gerne solche Arbeiten mache, ist immerhin besser als Bügeln oder so, kam ich mir vor als würde ich Tage lang auf glühenden Kohlen gehen. Bis wir die Drehbank dann endlich hier bei uns zu Hause hatten, brauchte es noch ein paar starke Männer, um es bei uns im Flur hinzustellen. Mein Partner hat mir extra noch ein Tisch gefertigt, genau auf meiner Höhe, so dass es jetzt aussieht, als hätten wir ein Kunstobjekt mitten in der Wohnung.
Dann ging es los, meine Ungeduld kaum noch unter Kontrolle, wie das jetzt alles funktioniert. Ich winde meinem Partner gerne ein Kränzchen für seine Geduld, denn die brauchte er wirklich mit mir. Ich habe schnell begriffen, wie man alles einstellen und handhaben muss, und konnte schon meine ersten kleinere Erfolge verbuchen. Aber wie dem so ist, Eifer ist nicht immer der beste Lehrer, denn so manches Messer musste er neu
schleifen, und das eine oder andere Werkzeug fehlte noch. Bis wir alles zusammen hatten, vergingen drei Wochen. Dann hatte ich mein erstes eigenes Pendel, ein kleiner runder mit einer kleinen Spitze darauf. Natürlich kann man alle öffnen, eben richtige Füllpendel. Mein erstes fertiges Unikat, von meiner eigenen Hand gefertigt. Ich bin fast geplatzt vor Stolz, und er gefiel mir so gut, dass ich da schon überzeugt war, noch schöner kann keiner werden. Und doch, es wird immer wieder etwas neues geben, eine neue Idee, manchmal geht auch eines daneben, aber das ist ja auch der Spaß an der Sache, solange es Freude macht, solange man überzeugt davon ist, dass es das richtige ist, solange kann man immer wieder etwas neues neu
erfinden. Es sind nur maschinell Grenzen gesetzt, an Ideen lässt sich sicher noch einiges erschaffen.
So haben wir mein Hobby zum Beruf gemacht, mit viel Liebe zum Heilpendeln, mit der liebevollen Unterstützung
meines Partners, und mit der Zuversicht; du kannst alles lernen, was du willst, wenn du nur weißt, wohin du willst.
Autor: Renée Riesch
E-Mail: Atelier[at]werkstatt-atelier.ch
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